Glossar

A

Antidepressiva

Antidepressiva sind Medikamente, die bei der Behandlung einer Depression zum Einsatz kommen. Ein typischer Vertreter von Antidepressiva sind die sogenannten Selektiven Serotonin Wiederaufnahmehemmer (SSRIs). Sie sind häufig das erste Medikament, dass in diesem Fall von einem Hausarzt verschrieben wird. Unter diese Kategorie fallen Medikamente wie Citalopram, Escitalopram, Paroxetine, Fluoxetine und Sertraline. Ein anderer Typ von Antidepressiva sind die Trizyklischen Antidepressiva (TCA) wie: Amitriotyline, Clomipramine, Dibenzepine und Doxepine.

Anpassungsstörung

Anpassungsstörungen treten auf, wenn eine Person unter einer Depression oder Angststörung leidet, die eindeutig auf einen identifizierbaren, kürzlichen Stressor oder verschiedene Stressoren zurückzuführen ist. Das kann zum Beispiel eine Veränderung des materiellen Status, des Beschäftigungsverhältnisses oder auch ein Trauerfall sein.

Angststörung

Eine Angststörung ist eine psychische Störung die durch Angstgefühle gekennzeichnet ist, die so stark sind, dass sie das tägliche Leben beeinflussen. Bei manchen Menschen mit Depression liegt eine zusätzliche Angststörung vor aber letztendlich zeigen fast alle depressiven Menschen zumindest einige Angstsymptome. Angstsymptome sind unter anderem: übertriebene Besorgnis, das Gefühl "am Abgrund zu stehen", Herzrasen und Übelkeit.

Anxiolytica

Anxiolytica sind Medikamente, die bei Angstzuständen helfen. Die meisten gehören in die Klasse der Benzodiazepine. Das sind Medikamente die nur für einen kurzfristigen Gebrauch zu empfehlen sind. Nach vier bis sechs Wochen andauernder, täglicher Einnahme kann es zu einer Abhängigkeit kommen. Bei älteren Menschen zeigen sich häufig auch negative Auswirkungen auf das Verhalten.

B

Bipolare Störung

Eine Bipolare Störung ist eine psychische Störung, die durch Stimmungsschwankungen zwischen Depression und Manie oder Hypomanie gekennzeichnet ist. Dieses Störungsbild wird auch manische Depression genannt (weitere Informationen im Abschnitt: "Verlaufsformen einer Depression").

D

Dysthymie

Dysthymie ist eine Form von chronischer Depression, die weniger schwer ist, als eine majore Depression. Sie kann über Jahre hinweg andauern. Eine Depression muss eine Person nicht vollständig behindern, aber sie verhindert ein normales Funktionieren und Wohlbefinden der betroffenen Person (weitere Informationen im Abschnitt über die Verlaufsformen einer Depression -> Dysthymie). Aufgrund des chronischen Verlaufs einer Dysthymie neigen Patienten zu Aussagen wie: "Ich war schon immer so" oder "So bin ich einfach".

E

Elektrokrampftherapie (EKT)

EKT ist eine Behandlungsform, die elektrischen Strom nutzt und bei schweren Depressionen sehr effektiv sein kann. Es ist ein sicheres, schmerzfreies Verfahren, dass bei Depressionen, die bisher auf keinerlei Medikation oder Therapie angesprochen haben, sehr wirksam sein kann.

H

Hypomanie

Hypomanie ist eine leichtere Form der Manie. Typische Symptome einer Hypomanie sind beispielsweise: eine gehobene Stimmung, erhöhte Aktivität, vermindertes Schlafbedürfnis, das Gefühl von Grandiosität und rasende Gedanken.

M

Majore Depression

Die Majore Depression ist die häufigste Form der Depression. Sie hält für mindestens zwei Wochen an und beeinträchtigt das tägliche Leben der betroffenen Person. Sie verursacht Symptome wie: Traurigkeit, Verlust von Freude, Antriebslosigkeit, Müdigkeit und das Gefühl von Hilflosigkeit.

Manie

Manie ist eine Phase der bipolaren Störung, in der eine abnormale gehobene Stimmung vorliegt. Diese ist gekennzeichnet durch euphorische Gefühle, Enthemmung, rasende Gedanken, schwerwiegende Schlaflosigkeit, beschleunigten Sprachfluss, Risikobereitschaft, verstärktes sexuelles Verlangen und Irritierbarkeit. In extremen Fällen kann eine Manie Halluzinationen und andere psychotische Symptome hervorrufen. Es kann so extrem verlaufen, dass das Leben der Person stark beeinträchtigt wird und eine stationäre Akutbehandlung notwendig ist. Leichtere, weniger einschränkende Manien, werden Hypomanien genannt.

N

Neurotransmitter

Ein Neurotransmitter ist eine chemische Substanz im Gehirn, wie Serotonin oder Norepinephrine, die die Weiterleitung von Informationen zwischen Nervenzellen ermöglicht. Medikamente zur Depressionsbehandlung zielen oft darauf ab die Konzentration dieser Chemikalien zu verändern.

P

Panikattacke

Eine Panikattacke ist ein ein plötzliches Gefühl von intensiver Furcht oder Angst, begleitet von physischen Symptomen (wie Schwindel, Übelkeit, Herzrasen und Beklemmungsgefühl in der Brust), das nicht durch eine reale Gefahrenquelle ausgelöst wird. Panikattacken treten häufig bei Angststörungen auf, können aber auch bei einer Depression auftreten.

Postnatale Depression

Postnatale Depression ist eine Form der Depression von der Frauen betroffen sein können, die in den letzten Jahren ein Kind geboren haben. Viele frischgebackene Mütter erleben eine leichte depressive Stimmung, zwei bis fünf Tage nach ihrer Niederkunft - bekannt als "Babyblues". Allerdings erleiden einige eine postnatale Depression, ein deutlich schwerwiegender Zustand (eine depressive Episode), der einer aktiven Behandlung und emotionaler Unterstützung der frischgebackenen Mutter bedarf. 

Psychiater

Ein Psychiater ist ein Arzt, der auf die Diagnose und Behandlung psychischer Störungen spezialisiert ist. Da Psychiater Ärzte sind, können sie Medikamente wie Antidepressiva verschreiben. Einige nutzen aber auch die Psychotherapie zur Behandlung.

Psychologe

Psychologen sind Experten, die in vielen verschiedenen Bereichen arbeiten können, wie beispielsweise in der Forschung, der Lehre, der Verwaltung oder in der Therapie. Klinische Psychologen sind Psychologen, die auf Therapie spezialisiert sind. Klinische Psychologen verfügen über eine weiterführende Ausbildung und Spezialisierung in der Behandlung psychischer oder affektiver Störungen, wie Depression und Angststörung,  durch Psychotherapie.

Psychotherapie

Psychotherapie ist eine Form der Behandlung von psychischen oder affektiven Störungen (wie Depression), durch Gespräche mit einem Therapeuten. Daher wird sie auch häufig "Gesprächstherapie" genannt.

S

Stimmungsstabilisatoren

Stimmungsstabilisatoren sind eine Klasse von Medikamenten die bei manchen Formen der Depression zur Behandlung eingesetzt werden; wie bei bipolaren Störungen. Zu dieser Medikamentenklasse gehören Medikamente wie Lithium und einige andere Medikamente, die für gewöhnlich zur Behandlung epileptischer Anfälle eingesetzt werden, diese werden Anticonvulsiva oder Antiepileptica geannt.

U

Unipolare Depression

Unipolare Depression ist ein anderer Name für Majore Depression. Der Begriff unipolare Depression wird genutzt, um zwischen der majoren depressiven Störung und einer einzelnen depressiven Episode zu unterscheiden, die ja auch innerhalb einer bipolaren Störung auftritt.