Wenn ein Kind oder Jugendlicher verzweifelt oder unruhig erscheint, ist es wichtig, in Ruhe ein ernsthaftes Gespräch zu führen. Wenn es scheint als würde eine depressive Erkrankung vorliegen, sollte man professionelle Hilfe aufsuchen.

Die Diagnosestellung muss durch einen Arzt erfolgen: Das beinhaltet zum einen, differentielle Diagnosen auszuschließen und zum anderen die Untersuchung auf mögliche begleitende psychiatrische Erkrankungen (z.B. Angststörungen).

Erfahrene Ärzte sind sich auch der Tendenz vieler Jugendlicher bewusst, depressive Symptome abzustreiten und fragen daher auch gezielt nach möglichen Schuldgefühlen in Bezug auf die depressive Symptomatik.

Eine Diagnose kann nur durch einen Arzt oder einen Psychotherapeuten erfolgen. Trotzdem ist es wichtig, dass man weiß, woran man eine Depression erkennen kann.

Das Erkennen der Depression als solche ist ein kritischer Schritt bei der Bewältigung der Depression. Eltern, Verwandte, Freunde und Lehrer spielen bei diesem Prozess eine wichtige Rolle.

Aber ab welchem Punkt wird ein abnormales Verhalten zum Problem?

Wenn die altersspezifischen Symptome über einen längeren Zeitraum anhalten (mehrere Wochen oder sogar Monate) und keine Stabilisation in Richtung einer normalen Stimmung zeigt, ist es wahrscheinlich, dass es sich um eine Depression handelt und nicht um die “normalen” altersspezifischen Veränderungen oder temporären Reaktionen auf Stress (z.B. Verlustsituationen, Trauerfall).

Neben den altersspezifischen Symptomen sollten, Verwandte, Freunde und Lehrer auch auf die folgenen Warnsignale achten:

  • Rückzug von Hobbies und alterstypischen Aktivitäten;
  • Extremer Leistungsabfall in der Schule;
  • Extreme Veränderungen im Verhalten und Erscheinungsbild;
  • Von zu Hause weglaufen;
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch;
  • Selbstisolation von der Familie und/oder Gleichaltrigen.