Was sollte ich über selbstverletzendes Verhalten wissen?

“Selbstverletzung“ beschreibt ein Verhalten (z.B. selbstverletzen, eine Überdosis Medikamente oder Drogen konsumieren), das eine Person mit der Absicht zeigt, den eigenen Körper zu verletzen. Menschen verletzen sich aus unterschiedlichen Gründen selbst – manchmal in Reaktion auf schwierige oder schmerzvolle Gefühle oder Gedanken, manchmal weil sie wollen, dass sich ihr Leben auf irgendeine Weise verändert. Die Gründe und der Schweregrad von selbstverletzendem Verhalten variieren: Aber es ist wichtig jede Form von selbstverletzenden Verhalten ernst zu nehmen, denn es kann immer ernsthafte Konsequenzen für das Wohlbefinden und die Zukunft der betroffenen Person haben. Selbstverletzung kann auch ein Zeichen dafür sein, dass eine Person Schwierigkeiten hat Stress oder eine schwierige Lebenssituation zu bewältigen.

Selbstverletzung ist aus verschiedenen Gründen wenig hilfreich, um Probleme zu bewältigen. Man kann dem Körper dadurch dauerhaften Schaden zufügen und das Risiko für weitere selbstverletzende Verhaltensweisen und Suizid steigt. 

Viele junge Menschen, die sich selbst verletzen, sprechen nicht mit jedem darüber. Oft fühlen sie sich alleingelassen: Aber die Wahrheit ist, dass immer Hilfe zur Verfügung steht. Wenn man einem Elternteil, einem Lehrer oder einer anderen Person vertraut, kann es hilfreich sein, mit dieser Person über das selbstverletzende Verhalten zu sprechen. Darüber zu sprechen kann dazu führen, dass man beginnt, die Gründe für die eigene Selbstverletzung zu verstehen. Es kann auch dabei helfen, die Probleme, unter denen man derzeit leidet, anzugehen. Viele der Jugendlichen die sich selbst verletzen, leiden unter Mobbing, Schwierigkeiten zu Hause, akademischem Leistungsdruck oder anderen Problemen, die durch Unterstützung durch andere Personen bewältigt werden können. Hilfe ist immer verfügbar! Auch der Hausarzt kann dabei helfen, einen geeigneten Berater, Psychologen oder Psychiater zu finden, mit dem das selbstverletzende Verhalten und die zugrundeliegenden Probleme besprochen werden können. Die Erfahrungen, die man mit selbstverletzendem Verhalten gemacht hat, mit einem Arzt oder Psychotherapeuten zu teilen, dem man vertraut, ist ein erster wichtiger Schritt, um das Risiko für weitere Selbstverletzung zu vermeiden.

Wenn sich eine nahestehende Person selbstverletzt, ist es wichtig ganz offen mit dieser Person darüber zu sprechen, auch wenn es vielleicht schwer fällt zu verstehen, warum man sich selbst Schaden zufügen sollte. Wenn sich die betroffene Person einmal geöffnet hat, ist sie vielleicht auch bereit, sich anderen Personen anzuvertrauen. Es ist wichtig nicht das Versprechen zu geben, das Geheimnis zu bewahren. Ein solches Geheimnis über eine andere Person zu bewahren, kann eine große Belastung darstellen. Niemand kann erwarten, dass man mit einem solchen Wissen alleine fertig wird und es ist okay, um Hilfe zu bitten. Schritte, die unternommen werden können, um einem betroffenen Freund zu helfen:

  • Man sollte den Freund fragen, ob er bereit wäre, sein Problem auch mit den Eltern, einem Lehrer, dem Hausarzt oder einer anderen beratend tätigen Person zu besprechen.
  • Es kann hilfreich sein, dem Freund anzubieten, ihn zu begleiten, wenn er mit einer Vertrauensperson spricht.
  • Wenn man das Gefühl hat, dass die betroffene Person in unmittelbarer Gefahr schwebt, sich etwas anzutun, sollte man einen Erwachsenen hinzuziehen, dem man vertraut - auch wenn die betroffene Person sich weigert, Hilfe anzunehmen.