Psychologische Behandlung

Neben der Medikation ist die psychologische Behandlung ein weiterer Pfeiler der Behandlung von Depression.                                                                                                                                         

Psychotherapie ist die verbreitetste  Form der psychologischen Behandlung. Sie besteht aus zwei wesentlichen Bestandteilen: dem Gespräch und der Kooperation. Es gibt unterschiedliche Arten von validierter Psychotherapie, einschließlich kognitive Verhaltenstherapie, psychodynamische Psychotherapie, unterstützende, beratende und achtsamkeitsbasierte Ansätze.                                                                                           

Kognitive Verhaltenstherapie

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist eine Form von Verhaltenstherapie, die sich für die Behandlung von Depression als wirksam erwiesen hat. Sie basiert auf der Annahme, dass negative Gefühle ein Resultat nicht hilfreicher Gedanken und negatives Verhalten, im Sinne einer „Abwärtsspirale“, verursachen. Eine KVT könnte beispielsweise Übungen zur Tagesstrukturierung und Aktivitätssteigerung beinhalten. Im weiteren Verlauf vermittelt die KVT Techniken zum Identifizieren und Hinterfragen nicht hilfreicher Gedanken und wie diese durch hilfreichere Gedanken ersetzt werden können. Ein weiterer, wichtiger Bestandteil der Therapie ist es, mehr über die Erkrankung zu lernen (Psychoedukation). Alle diese Veränderungen wirken sich positiv auf die Stimmung aus und erleichtern den Umgang mit schwierigen Lebensereignissen. In der KVT arbeiten Klient und Therapeut aktiv zusammen und lernen voneinander. Normalerweise finden ein bis zwei Sitzungen pro Woche statt. Alles in allem umfasst die Behandlung rund 25 bis hin zu 80 Sitzungen (über einen Zeitraum von 3 Monaten bis zu einem Jahr.

Psychodynamische Psychotherapie

Die Psychodynamische Psychotherapie basiert auf den Erkenntnissen der Psychoanalyse. Sie macht ähnliche Annahmen zu den Auslösern einer psychiatrischen Erkrankung, in dem sie diese als ein Resultat emotionaler Probleme im Unbewussten betrachtet. Aber im Gegensatz zur klassischen Psychoanalyse beschäftigt sich diese Form der Psychotherapie überwiedgend mit den aktuellen inneren Konflikten und mit den Beziehungen des Klienten zu anderen Menschen. Die Behandlung erfolgt in einer sitzenden Position und Therapeut und Klient haben Augenkontakt. Der Behandlungsansatz des Therapeuten kann variieren zwischen einer passiven, teilnehmenden oder provozierenden Haltung, gegenüber dem Klienten. Normalerweise finden ein bis zwei Sitzungen pro Woche statt. Eine Kurzzeittherapie umfasst insgesamt um die 16-24 Sitzungen, kann aber auch auf mehr als 50-100 Sitzungen verlängert werden

Unterstützende Beratung

Manche Psychotherapeuten verfolgen einen unterstützenden, nicht-direktiven, beratenden Ansatz, entweder  ausschließlich oder in Kombination mit anderen therapeutischen Ansätzen. Die unterstützende Beratung findet häufig auch Anwendung durch andere Berufsgruppen im Gesundheitssystem und ehrenamtliche Mitarbeiter. Diese Form der Beratung zielt darauf ab, eine unterstützende Atmosphäre zu schaffen, aus der heraus es dem Klienten möglich wird, seine Problem zu lösen. Der Therapeut ist der aufmerksame Zuhörer und ermutigt die Person, auf eine fürsorgliche und respektvolle Art und Weise, über ihre derzeitige Situation zu sprechen und nach möglichen Lösungen zu suchen. Diese Form der Beratung kann dazu beitragen, den Klienten zu beruhigen und zu aktivieren, aber eine Langzeitwirkung für die Behandlung von Depression konnte bislang noch nicht nachgewiesen werden.

Achtsamkeitsbasierte Ansätze

Während KVT und psychodynamische Ansätze darauf abzielen, bestimmte Denk-oder Verhaltensmuster zu verändern, die mit der Depression in Zusammenhang gebracht werden, soll der achtsamkeitsbasierte Ansatz der Person dabei helfen, einen objektiveren und weniger reaktiven Zugang zu ihren Gedanken und Gefühlen zu entwickeln. Beispiele für diese Herangehensweise sind die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie (ABKT) und die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (ABSR). Ebenso wie die KVT beinhalten achtsamkeitsbasierte Ansätze die Vermittlung von Wissen über die automatischen Prozesse negativer Gedanken und Gefühle bei einer Depression und zielen darauf ab, diese zu unterbinden. Aber anders als bei der KVT liegt der Fokus hier auf der Entwicklung von Fähigkeiten, die es ermöglichen negative Gedanken und Gefühle kommen und gehen zu lassen, ohne auf sie reagieren zu müssen.